Sep

20

2010

Überhöhte Dispozinsen: Targobank und Sparda Bank von Verbraucherzentrale NRW verklagt

Abgelegt in Allgemein

Wer einen Vergleich der Dispozinsen zu den Guthabenzinsen bei der Bank anstellt, kann den allgemeinen Missmut sofort verstehen. Nach den Senkungen des Leitzinssatzes aufgrund der Krise wurden die Guthabenzinsen bei der Bank sofort angepasst und reduziert. Beim Dispo dagegen sind die Zinsen sogar gestiegen und das, obwohl die Banken sich zu günstigsten Zinsen Geld leihen können. In diesem Artikel wird das Geschäftsgebaren der Targobank schön bildlich dargestellt. Abzocke der Verbraucher – das ist das einzige, was mir spontan dazu einfällt.

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Die Verbraucherzentrale NRW will dagegen nun ankämpfen und hat rechtliche Schritte gegen die Targobank und Sparda Bank eingeleitet. Beide Banken nutzen Klauseln in den AGB, der die Verbraucher im Hinblick auf die Zinsanpassung deutlich benachteiligen. Auf die Abmahnung der Verbraucherzentrale NRW haben die Banken wohl nicht reagiert und keine Unterlassungserklärung unterzeichnet.

Dabei hat der Bundesgerichtshof in seinem Urteil Az.: XI ZR 78/08 im letzten Jahr bereits entschieden, dass einseitige Preisbestimmungsrechte der Banken bei der Festsetzung der Dispozinsen unzulässig sind. Genau dies ist jedoch in den o.g. Klauseln beinhaltet.

Ein weiteres Dorn im Auge der Verbraucherschützer ist die absolute Intransparenz in der Erkennbarkeit der Kriterien, die Banken beim Dispozinsen Festlegen und Berechnen ansetzen. Immerhin befinden sich die Zinsen derzeit auf einem absoluten Rekordtiefstand, dabei ist es nicht nachvollziehbar, warum für den Dispo dann die Zinsen bei manchen Banken massiv angehoben wurden.

Die Verbraucherzentrale NRW fordert, dass das Urteil des Bundesgerichtshof endlich umgesetzt wird. Gleichzeitig wollen die Verbraucherschützer erreichen, dass eine Anpassung der Dispozinsen an den 3 Monats Euribor erfolgt. Der Euribor ist maßgeblich für den Zinssatz, den die Banken zahlen, wenn sie sich gegenseitig Geld leihen.

Derzeit liegt der 3 Monats Euribor bei unter einem Prozent, da stellt sich doch die Frage, warum die Bankkunden für den Dispo Zinsen in Höhe von über 11 Prozent im Durchschnitt berappen müssen. Der einzige Grund, der mir dazu einfällt ist eine Erhöhung der Gewinnmarge um 10 Prozent, also die Differenz des Euribor zu den Dispozinsen.

Bleibt zu hoffen, dass die Verbraucherzentrale NRW die Forderungen durchsetzen kann, damit die Verbraucher nicht mehr mit überhöhten Dispozinsen abgezockt werden. Momentan ist es beim Vergleich der Dispozinsen zu den Guthabenzinsen der Bank einfach ein erschreckend, wie die Verbraucher ausgenutzt werden.

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